Das Wirkspektrum des Blutegels ist breit gefächert und beruht im Wesentlichen auf folgenden Faktoren:

  • Es kommt zu einem kleinen und sanften Aderlass aufgrund eines geringen Blutverlusts von ca. 8-10 ml. Dieser wirkt blutverdünnend, entschlackend, entzündungshemmend, schmerzstillend und entlastend.
  • Im Egelspeichel befinden sich über 20 verschiedene Substanzen, darunter die Blutgerinnungshemmer Hirudin und Calin sowie das schmerzstillende und entzündungshemmende Eglin.

Anwendungsbeispielebei Beschwerden des Bewegungsapparats

  • Coxarthrose
  • Gicht
  • Gonarthrose
  • Iliosakralgelenksarthrose
  • Rhizarthrose
  • LWS-Syndrom

Behandlungsablauf

Die Blutegel werden speziell für medizinische Zwecke unter strengen hygienischen Voraussetzungen gezüchtet. Blutegel sind zwei bis vier Zentimeter groß. Sie sind Verwandte des Regenwurms und gehören zur Gattung der Gürtelwürmer. Ihr Lebensraum ist Süßwasser. Jeder Egel wird nur ein einziges Mal angesetzt. Infektionen können so vermieden werden.

Es werden je nach Befunderhebung 2 bis max. 12 Egel angesetzt. Die Blutegelbehandlung dauert ca. 90-120 Minuten. In dieser Zeit werden die Blutegel an der betreffenden Stelle des Körpers angesetzt, um sich dort festzusaugen. Am Ende der Behandlung lösen sie sich von selbst. Im Anschluss an die Behandlung kommt es dann zur therapeutisch gewünschten Nachblutung. Diese kann bis zu drei Stunden dauern. Es folgt die Wundversorgung in Form eines Druckverbands, der regelmäßig gewechselt werden muss. Die Wunde ist nach etwa einer Woche verheilt. Eine Folgebehandlung kann frühestens nach 4 Wochen erfolgen. Oftmals ist aber auch nur eine Sitzung ausreichend.

Beachten Sie hierzu auch die folgende Veröffentlichung der Carstens Stiftung unter:

https://www.carstens-stiftung.de/artikel/blutegeltherapie-fuer-den-dauerhaft-geplagten-ruecken.html